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Paartherapie – gemeinsam wachsen

Erfolgreiche Paartherapie ist ein gemeinsamer Entwicklungsweg. Sie erweitert den Handlungsspielraum des Einzelnen und bringt Paare zusammen. Paartherapie stärkt dabei die Fähigkeit des Einzelnen, gut für sich zu sorgen. Handeln wird freier und wird weniger durch persönliche Muster oder gemeinsame Dynamiken geprägt. Freiheit, Persönlichkeitsentwicklung und Paartherapie sind in diesem Sinne Facetten desselben Entwicklungsweges.

Was heißt Entwicklung?

Entwicklung heißt immer besser in der Lage zu sein, stimmige Antworten auf die Situationen zu finden, die uns in unserem Leben begegnen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell uns bereits kleine Ereignisse aus der Bahn werfen. Wenn der/die Fahrer*in vor uns an der grünen Ampel stehen bleibt, wenn uns unser*e Partner*in in einer etwas angespannteren Tonlage anspricht oder die Kinder einfach nicht vom Spielplatz kommen wollen. Bereits solche Ereignisse können uns an den Rand unserer Verarbeitungskapazität katapultieren und wir finden keine soliden Strategien, die Situation zufriedenstellend zu bewältigen.

Wie sieht es dann erst in einer robusten Auseinandersetzung mit unserem Partner oder unserer Partnerin aus? Wenn unsere Integrität auf dem Spiel zu stehen scheint? Oft gleicht unser Verhalten in diesen Situationen einer tragischen Strategie: Je mehr wir etwas brauchen, desto weniger bekommen wir es. Unsere verzweifelte Vehemenz wird vom Gegenüber – und oft auch von uns selbst – als unangemessen gebrandmarkt. Unser eigentliches Anliegen ist verspielt. Im Streit verhalten wir uns auf eine Art und Weise, die genau zum Gegenteil von dem führt, was wir wollen. Entwicklung heißt genau dieses zu sehen, anzuerkennen und zu lernen, erfolgreicher für uns Sorge zu tragen.

Häufig waren diese Muster in unserer Kindheit valide Strategien, um Liebe und Zuneigung zu bekommen. In der Vergangenheit hatten sie ihren Sinn und Zweck. Jetzt und hier funktionieren sie aber offensichtlich nicht mehr. Daher ist es an der Zeit, sie loszulassen und mit ihnen all die alten Gefühle, die in den aktuellen Streits zutage treten. Wenn uns gelingt diese Blockaden gehen zu lassen, kann die Liebe in einem selbst und damit auch zwischen zwei Menschen als Paar wieder frei fließen.

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Verantwortung übernehmen

Man kann es drehen und wenden wie man will. Am Ende des Tages ist es unsere Verantwortung, wie wir reagieren, wie gut wir es lernen, Situationen erfolgreich zu gestalten (Verantwortung = Fähigkeit eine Antwort auf die Situation zu finden. Im Englischen ist diese wörtliche Bedeutung noch eingängiger: „response ability“). Beziehungen erlauben diesen Entwicklungsweg gemeinsam zu gehen. Sie schenken uns ständig neue Gelegenheiten diese Fertigkeiten auszubauen. Erfolgreiche Paartherapie heißt damit vor allem sich mit sich selber auseinanderzusetzen und in Verantwortung zu gehen.

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Was bewirkt Paartherapie?

Paartherapie hilft Menschen in einen Modus zu kommen, in dem sie mit dem Finger nicht länger aufeinander zeigen, sondern gemeinsam auf die Situation, die es zu bewältigen gilt. In einer erfolgreiche Paartherapie werden hierfür Grundlagen gelegt, wie:

In die eigene Kraft kommen. Viele Menschen erschöpfen sich selbst, wenn sie für andere da sind. Auf Dauer funktioniert das nicht. Oder wie es der Familientherapeut Jesper Juul ausdrückte: Kindern kann es langfristig nie besser gehen als den Erwachsenen. Was für Eltern und Kinder gilt, gilt auch in Paarbeziehungen. Wer gut für sich selber sorgen kann, hat auch Kraft und Energie für andere da zu sein. In diesem Sinne ist Selbstfürsorge nicht nur erlaubt, sondern sogar eine grundlegende Fähigkeit in Beziehungen. Und für sich selber zu sorgen, ist etwas völlig anderes als den anderen anzugreifen.

Sich einlassen können. Sich einzulassen steht in engem Zusammenhang damit, Grenzen wahren zu können. Sich einzulassen macht wenig Sinn, wenn ständig rote Linien überschritten werden und man nicht in der Lage ist, angemessen darauf zu reagieren. Genauso wenig sinnvoll ist es aber, sich von dem ständig auftretenden Juckreiz der Unzufriedenheit quälen zu lassen. Dieser tritt beispielsweise auf, wenn man sich viel mit anderen vergleicht und immer wechselnde Erwartungen an die Partnerschaft stellt. Zufriedenheit lässt sich kultivieren, wenn man das Leben zu nehmen lernt wie es kommt.

Paarberatung Berlin Harmonisches Miteinander

Neugier statt Empörung

Dein*e Partner*in verhält sich in deinen Augen mal wieder völlig unmöglich. Wie wäre es, wenn du innerlich folgendermaßen reagieren könntest:

„Ah interessant, mein*e Partner*in ist dermaßen verzweifelt, dass er/sie sogar die Fassung verliert. Da scheint ihm/ihr etwas ganz wichtig zu sein. Was braucht er/sie wohl gerade ganz dringend?“. So reagieren zu können, ist ebenso voraussetzungsvoll wie gewinnbringend. Eine der Voraussetzungen ist das Erkennen der Kreisläufe, die ein Paar gefangen halten. Üblicherweise halten uns die automatisierten Reaktionen gefangen, die in Kraft treten, wenn unsere eigenen Verletzungen berührt werden.

Diese Qualitäten bilden den Nährboden auf dem Liebe, Zuneigung und Intimität wachsen. Eine Liebe, die nicht vom Verhalten des anderen abhängig ist, sondern auf der eigenen Fähigkeit fußt der Welt offen zu begegnen.

Häufig gestellte Fragen

Kann bei einer Paartherapie die Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen?

Grundsätzlich werden die Kosten für eine Paartherapie nicht von den privaten oder gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine Kostenübernahme erfolgt nur für einzelne Personen, bei denen eine psychische Störung mit Krankheitswert behandelt wird. Wenn diese Störung die Partnerschaft stark belastet, können gemeinsame Sitzungen mit der Partner*in sinnvoll sein. Diese können im Rahmen der Einzelbehandlung von den Krankenkassen erstattet werden.

Paartherapie ist von der Umsatzsteuer befreit, wenn sie als psychotherapeutische Heil- oder Präventivbehandlung anerkannt wird. Therapiekosten können im Rahmen von außerordentlichen Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Mein Angebot richtet sich ausschließlich an Privatzahler.

Wie hoch ist die Erfolgsquote einer Paartherapie?

Die Wirksamkeit von Therapie ist nicht einfach zu messen und hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: dem therapeutischen Ansatz, der Beziehung zwischen Klient*innen und Therapeut*in, dem Grad der Eskalation des Konfliktes und nicht zuletzt von der Bereitschaft der Klient*innen, sich aktiv mit der Verbesserung ihrer Situation auseinanderzusetzen.

Mein Ansatz kombiniert die Herangehensweise verschiedener Schulen und basiert auf der personenzentrierten Psychotherapie und der Emotionsfokussierten Paartherapie (EFT). Die EFT für Paare gilt als am besten beforscht und ihre Wirksamkeit wurde in vielen Studien nachgewiesen. Wechsle zu eine Übersicht zu relevanten Studien.

Was ist eine emotionsfokussierten Paartherapie (EFT)?

Die Emotionsfokussierte Paartherapie wurde maßgeblich von Les Greenberg und Sue Johnson entwickelt. Die Emotionsfokussierte Therapie basiert darauf zu lernen, die eigenen Emotionen wahrzunehmen, einzuordnen und transformieren zu können. Ziel der Paartherapie ist die emotionale Nähe zur Partner*in zu stärken, bzw. wieder herzustellen. Die Emotionsfokussierte Paartherapie gilt als eine der wirksamsten Methoden. Meine Weiterbildung in EFT für Paare wurde von Les Greenberg geleitet.

Welche Wirkung hat Paartherapie?

Die Therapie hilft dabei, alltägliche Streitereien auf Dauer zu lösen und zukunftsorientiert an der Beziehung zu arbeiten. Oft werden sehr schnelle Fortschritte ermöglicht in Anliegen wie:
- Klarheit und Sicherheit zu erlangen über das, was sich Partner*innen für die Zukunft wünschen.
- Sich von der Partner*in gehört und verstanden zu fühlen.
- Gefühlen Raum geben und offen ansprechen zu können.
- Lösungsmöglichkeiten für Konflikte kennen zu lernen und erfolgreich einzuüben.
- Einen gemeinsamen Weg für den Umgang mit konkreten Problemen und Herausforderungen zu finden.
- Veränderungen zu wagen und damit umgehen zu lernen.
- Sich persönlich zu entwickeln und dein eigenen Handlungsspielraum zu erweitern.
- Die Fähigkeit zu stärken, auch in schwierigen Situationen offen zu bleiben.

Langfristig kann die Paartherapie der Schlüssel sein, um sich selbst und Beziehungen zu verstehen. Paartherapie kann helfen, belastende Gefühle zu transformieren, wieder mehr Energie und Lebensfreude zu spüren und zusammen mehr Intimität und Geborgenheit zu erleben.

Wie ist der Ablauf einer Paartherapie?

Die Paartherapie gliedert sich grob in drei Phasen: Kennenlernen, Intensivphase und Konsolidierungsphase. Zu Beginn der Paartherapie erhaltet ihr einen Fragebogen, der es euch ermöglicht, über eure Beziehung und Beziehungsdynamik zu reflektieren. Mir erlaubt der Fragebogen, schnell wichtige Rahmenbedingungen eurer Beziehung erfassen zu können. Während der intensiveren Phase ist es von Vorteil, wenn wir uns einmal pro Woche bzw. mindestens alle zwei Wochen sehen. Die Phase besteht meistens aus fünf bis zehn Sitzungen. Wie intensiv die Paartherapie im Anschluss fortgesetzt wird, hängt vom Einzelfall ab. Manchmal erreichen Paare ihre Ziele bereits nach wenigen Sitzungen.

Der Erfolg der Paartherapie hängt maßgeblich davon ab, wie sehr die Partner*innen motiviert und bereit dazu sind, ihr Verhalten zu ändern, sich von automatisierten Verhaltensmustern zu verabschieden und damit ihren persönlichen Handlungsspielraum zu erweitern.

Welche Bücher und Podcasts kann man zum Thema Paartherapie empfehlen?

Bücher zum Thema Paartherapie verfolgen teils sehr unterschiedliche Ansätze. Das Lesen dieser Bücher macht am meisten Spaß, wenn man nicht nach „der“ Wahrheit sucht, sondern abgleicht, was für einen selber am besten passt.

Ein grundlegender Unterschied ist z. B. inwieweit die Autor*innen davon ausgehen, dass man zunächst ein starkes und flexibles Selbst ausbilden sollte, bevor man wirklich beziehungsfähig ist (so z. B. von David Schnarch in „Die Psychologie sexueller Leidenschaft“ propagiert) oder ob es nicht genau das Wesen einer funktionierenden Partnerschaft sein sollte, sich emotional auf den anderen stützen zu können und Dinge von ihm zu erhalten, die man sich selber (noch) nicht geben kann (so z. B. Sue Johnson in „Halt mich fest“). Aus beiden Büchern kann man viel für sich und seine Partnerschaft ziehen.

Bekannt geworden ist Esther Perel mit ihrem englischen Podcast „Where should we beginn“. Hier hat man in Gelegenheit, in die Therapie anderen Paaren reinzuhören. Und auch ihr Buch „Die Macht der Affäre“ gibt viel Anregungen dafür, das eigene Bild von Beziehungen zu überdenken.

Viel amüsanten Anlass zum gemeinsamen Paargespräch bietet auch der Podcast „Paardiologie“ von Charlotte Roche und Martin Keß-Roche in dem sich die beiden recht unverblümt und lebendig über ihre Leben als Paar austauschen.

Wann ist eine Paartherapie sinnvoll bzw. hilft eine Paartherapie?

Meine Klient*innen befinden sich in Situationen, die wir alle kennen. Sie wollen:
- Stress im Beruf und im Alltag verringern
- Vertrauen in der Partnerschaft wieder herstellen
- einen Todes- oder Unglücksfall in der Familie verarbeiten
- eine körperliche oder psychische Krankheit zu bewältigen
- einen Umgang mit der persönlichen Krise eines einzelnen Partners oder einer einzelnen Partnerin finden
- ihr Sexualleben aufblühen lassen
-oder ganz einfach mehr Nähe und Sicherheit in einer Partnerschaft oder Freundschaft erleben.

Paartherapie hilft bei diesen Fragen. Eine Beziehung sollte Kraft geben und dazu beitragen, das Leben freudvoll meistern zu können. Nicht nur heute oder morgen, sondern langfristig.

Als entscheidend für den Erfolg der Therapie sehe ich weniger den Anlass, als vielmehr die Bereitschaft, sich selbst und seine Muster kennen lernen zu wollen und belastende Beziehungsdynamiken beenden zu wollen.

Was kann ich tun, wenn meine Partner*in nicht zur Paartherapie will?

Die interessante Frage ist natürlich, warum die Partner*in nicht zu einer gemeinsamen Therapie will. Wenn deine Partner*in der Überzeugung wäre, dass Paartherapie dabei hilft, besser gehört und verstanden zu werden und sie mehr Nähe, Vertrauen und Geborgenheit in der Partnerschaft finden können– würde sie ja wahrscheinlich keine Sekunde zögern zur Therapie zu gehen.

Vermutlich assoziiert ihre Partner*in mit Therapie aber eher das Gegenteil: Ein Ort an dem unangenehm nachgefragt wird, an dem man sich rechtfertigen muss und im Zweifelsfall zum Schuldigen erklärt wird, der sich ändern muss. Und in diese Kerbe schlägt natürlich auch der in der Luft hängende, aber wenig hilfreiche Vorwurf, man sei derjenige, der nicht zur Therapie gehen will.

Am Ende des Tages kann niemand dazu gezwungen werden, zur Therapie zu gehen. Und es macht auch keinen Sinn, da die Paartherapie dann nicht erfolgreich sein wird. Wenn es dir aber gelingt, den Widerstand der Partner*in ernst zu nehmen, neugierig zu sein, was die Partner*in mit Therapie verbindet – ohne das zu verurteilen, öffnen sie vielleicht ein Türchen. Und dieses Türchen könnte z. B. sein, dass die Partner*in bereit ist, in einer Einzelsitzung, die Therapeutin kennenzulernen. Und im besten Fall dort erlebt, dass es auch um ihn*sie als Person geht, um seine*ihre Bedürfnisse, darum was er*sie braucht, um glücklicher in der Beziehung zu sein. Und dann stellt die Vorstellung der Therapie nicht länger eine Bedrohung dar, sondern wird zur Verlockung einen gemeinsamen Weg gehen zu wollen.

Unterscheidet sich Paartherapie für Paare aus der LGBTQ Community, wie homosexuelle Paare oder trans* Personen?

Grundsätzlich geht es in der Paartherapie um Beziehungsfähigkeit und Beziehungsfähigkeit ist keine Frage der sexuellen Orientierung, eines Beziehungsmodells oder eine Frage der persönlichen Verortung auf dem Genderspektrum.

Besondere Bedürfnisse in der Therapie leiten sich bei Menschen vielmehr aus ihrer Erfahrungswelt ab, welche Erfahrungen von Zugehörigkeit, Verbundenheit, Konformitätsdruck oder gesellschaftlichem Ausschluss sie erlebt haben.

Bestimmte Personengruppen teilen beispielsweise sehr schwerwiegende strukturelle Diskriminierungserfahrungen. Sie stehen vor ähnlichen Herausforderungen und sehen sich ständig in einen gesellschaftlichen Kontext eingebettet, der ihren Bedürfnissen nicht gerecht wird. Dies wirkt sich darauf aus, wie diese Personen Beziehungen leben und erleben.

Eine Erleichterung oder Herausforderung kann zudem sein, dass sich das Spektrum der Beziehungsausgestaltung in der LGBTQ Community vielfältiger darstellt als im hetero normativen Mainstream. Zudem wirkt sich die Außenwahrnehmung eines Beziehungsmodells und die damit verbundene Akzeptant oder Nicht-Akzeptant auf die innere Dynamik einer Beziehung aus.

Wie sich dieser lebensgeschichtliche Hintergrund in der Therapie auswirkt, ist von Einzelfall zu Einzelfall sehr unterschiedlich. Am wichtigsten bleibt, dass sich Klient*innen gut bei ihrer Therapeut*in aufgehoben fühlen und sich die Therapeut*in stimmig auf ihre Lebenswirklichkeit beziehen kann.

Wann kann eine Paartherapie nicht helfen?

Am wichtigsten ist die Bereitschaft des Einzelnen, bestehende Verhaltensmuster zu hinterfragen und neue Wege finden zu wollen. Diese „Verlockung“ zu mehr Lebensfreude und Energie kann im Laufe der Therapie gestärkt werden. Personen, die am Anfang der Therapie eine niedrige Motivation hatten, können diese für sich entdecken und entwickeln.

Fehlt diese Motivation durchgehend, kann die Therapie immer noch zu einer geordneten weniger schmerzhaften und im besten Fall freundschaftlichen Trennung beitragen. Was ‚helfen‘ bedeutet, liegt bei Paartherapie sehr stark im Auge der Betrachter*in und kann von den beteiligten Personen sehr unterschiedlich empfunden werden.

Für nicht sinnvoll halte ich Therapie während einer laufenden länger anhaltenden Affäre, die geheim gehalten und auch in der Therapie nicht offen gelegt wird. Hier wird die Chance vergeben, zu einem tieferen authentischeren Miteinander zu finden.

Sollte ich meine Beziehung beenden oder kann ich sie noch mit Hilfe einer Paarberatung retten?

Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden. Häufig geht es um die Abwägung zwischen zwei Fragen:
- Werden in der Beziehung rote Linien überschritten? Was ist für mich eine rote Linie? Kann ich mich schützen? Kann ich lernen, meine Anliegen in die Partnerschaft zu tragen, ohne rote Linien zu überschreiten? Und habe ich eine berechtigte Hoffnung, dass sich die Dynamik ändert?
- Kann ich mich auf andere Menschen einlassen und Nähe und Intimität zulassen? Vergebe ich die Chance, gemeinsam zu wachsen? Wenn ich jetzt gehe, nehme ich meine Verhaltensmuster nicht einfach in die nächste Beziehung mit und werde dort wieder ähnliche Konflikte erleben?

Paarberatung kann dabei unterstützen, dass Klient*innen hierauf ihre eigene Antwort finden.

Sollte ein Paarberatung aufgesucht werden, wenn einer der Partner*innen Zweifel am Fortbestand der Beziehung hat?

Auf jeden Fall, das ist sogar der Normalfall. Paarberatung kann helfen zu klären, wie grundlegend diese Zweifel sind. Sie kann klären, was nötig ist, um sich wieder für die Partner*in entscheiden zu können. Oder klären, inwieweit die Trennungsentscheidung bereits gefallen ist. In diesem Fall kann die Paartherapie das Paar auch während der Trennung begleiten. Ansätze wie eine solche Trennung vollzogen werden kann, finden sich im Internet z. B. unter dem Begriff „Conscious Uncoupling“.

Kann eine Paartherapie / Paarberatung auch online per Videotelefonie erfolgen?

Für die meisten Menschen funktioniert Beratung über Video-Plattformen wie Skype ähnlich gut wie persönliche Sitzungen. Zu Zeiten von Corona und COVID19 ist diese Form der Beratung üblich.

In folgenden Fällen kann Online-Paartherapie sogar von Vorteil sein:
für Paare, die eine Fernbeziehung führen.
für Personen, die viel reisen oder an verschiedenen Standorten arbeiten.
für Menschen, die sich wohler fühlen, wenn sie zu Hause bleiben.
für Kranke oder Personen mit Behinderung.
für Personen, die in einem fremden Land leben.
für Menschen, in ländlichen Gebieten.

Gelegentliche persönliche Sitzungen sind hilfreich, insbesondere ein erstes persönliches Kennenlernen. Viele erfolgreiche Paartherapien werden allerdings auch ausschließlich über Onlinemedien durchgeführt.

Dr. phil. Ralph Piotrowski

Mit meiner langjährigen Erfahrung als Paartherapeut und psychotherapeutischer Heilpraktiker unterstütze ich Paare, sich offen und verständnisvoll über Ihre Beziehung auseinanderzusetzen. Ich habe zu Kommunikation und Konflikt promoviert, habe eine Ausbildung in personzentrierter Psychotherapie, Paartherapie und Gewaltfreier Kommunikation.

Seit über 20 Jahren bin ich in der Beratung tätig und begleite Mitarbeiter und Führungskräfte, die Produktivität und Menschlichkeit in Einklang bringen wollen. Seit 2009 bin ich im Team der Organisationsberatung SOCIUS, wo ich Unternehmen auf ihrem Weg zu selbstorganisierter Arbeit und New Work begleite.